Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Mo. 20.07.15
Kirche im Urlaub
Jens Ubben
Kirche im Urlaub

Ein paar Schritte durch eine Tür, und alles ist anders. Gerade war noch Straßenlärm, und jetzt wird es still. Der Blick geht nach vorn, den Gang entlang, Richtung
Altar. Wenn Menschen in Kirchen gehen, tauchen sie ein in eine andere Welt.
Gerade an Urlaubsorten schauen viele Menschen in Kirchen. Ganz bewusst tun sie das im Urlaub. Da ist Zeit für Dinge, die sonst nicht in den Alltag hineinpassen.
Da ist Luft, sich genauer mit dem eigenen Leben zu beschäftigen, über Vorhaben nachzudenken, Neues zu planen. Urlaubszeiten sind besondere Zeiten. Genauso wie Kirchen besondere Orte sind. Urlaube und Kirchen ragen heraus aus dem Alltäglichen. Viele Kirchen strahlen Wärme aus, bieten Geborgenheit. Sie atmen Geschichte und lassen Gottes Gegenwart spürbar werden.
Manche Kirchen am Urlaubsort kommen dagegen ganz unscheinbar daher, sind gar nicht sofort als Kirche zu erkennen. Vielleicht gibt es wenige Christen vor Ort, und ihre Treffpunkte sind kaum zu entdecken. Das zeigt uns doch: Im tiefsten sind es nicht die Räumlichkeiten, die eine Gemeinde ausmachen. So mag es an manchen Orten wunderbare Kathedralen geben, während Gottesdienste in ihnen nicht die Leidenschaft für einen lebendigen Gott spüren lassen. An anderen Orten mag das Gebäude wenig ansprechend erscheinen, doch in ihnen werden fröhliche Gottesdienste gefeiert, die im Herzen etwas in Bewegung setzen.
Wäre das nicht ein Vorhaben für den Sommerurlaub: Am Zielort Ausschau zu halten nach einer Kirche. Auch die unscheinbaren Kirchgebäude einmal bewusst anzusteuern. Sich überraschen zu lassen, wie Menschen vor Ort Gotteshäuser gebaut haben. Und dann Christen auch in anderen Gegenden, anderen Ländern und Kulturen wahrzunehmen und den Kontakt zu suchen. Bewusst einen Gottesdienst mitzuerleben. Neugierig zu sein, was dort vor Ort passiert. Und vielleicht den ein oder anderen Impuls in unsere Region mitzubringen?

Einen anregenden Sommer wünscht Ihnen Jens Ubben

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Jens Ubben

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Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
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Pastor
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27383
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Mi. 27.05.15
Augen offenhalten
Sabine Gerken
Augen offenhalten

Nun ist das Jahr 2015 schon wieder halb vorbei. Rast die Zeit eigentlich wirklich immer mehr, je älter man wird?! Wie lang war doch als Kind die Zeit von Weihnachten bis Weihnachten! Ich dachte, so ein Halbjahr ist eine gute Gelegenheit, einmal Bilanz zu ziehen und zu sehen, was aus den guten Vorsätzen vom Jahresanfang geworden ist. Ich nehme mir nämlich tatsächlich immer etwas vor und habe schon sehr verrückte Erfüllungen meiner Vorsätze erlebt!
Ich schaue also nochmal in mein Tagebuch und entdecke neben den üblichen Dingen wie „mehr bewegen“ und „mehr Nachrichten verfolgen“ den Vorsatz: „Augen
aufhalten für das, was Gott tut!“ Ja, das will ich - entdecken, wie Gott in meinem Leben und im Leben anderer wirkt und spricht, wie er sich finden lässt im Alltag und im Besonderen.
Mir fällt das wunderschöne Sommerlied von Paul Gerhardt ein: „Geh aus, mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben…“
Da hat also auch jemand den Wunsch, Gottes gutes Wirken zu entdecken. Er fordert sein Herz auf, zu sehen und zu loben. Und Paul Gerhardt findet in den 15 Strophen dieses Liedes (im Gesangbuch unter der Nummer 503 zu finden) viele Gründe, Gott zu loben: die blühenden Gärten, die Bäume, die Vögel, Bäche und Bienen, das wachsende Getreide.
Dabei hätte er nun wirklich viele Gründe gehabt, zu schweigen oder gar an Gott zu verzweifeln: Seine Eltern verlor er schon als Kind, er erlebte das Elend des dreißigjährigen Krieges, seine Frau und vier seiner fünf Kinder verstarben sehr früh, als Pastor erlebte er viele Widerstände und schwierige Zeiten. Und doch besingt Paul Gerhardt in vielen seiner Lieder ein fast kindliches Vertrauen in den guten und barmherzigen Gott, der uns viele Gründe gibt, ihn zu loben.
Also werde wohl auch ich viele Spuren Gottes in der „lieben Sommerzeit“ und in meinem Leben finden – wollen Sie mit mir zusammen die Augen offenhalten?

Offene Augen wünscht sich und Ihnen
Sabine Gerken,
Diakonin in Scheeßel und Lauenbrück

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Sabine Gerken

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Sabine
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Mi. 25.03.15
Stille
Ingrid Radlanski
Stille

Kennen Sie das? Hinter Ihnen liegen Tage, Wochen, vielleicht auch Monate, in denen ein Termin den anderen jagt. Immer sind Sie unterwegs, haben etwas vorzubereiten und zu erledigen. Und mit der Zeit arbeitet man einen Termin nach dem anderen ab. Sie sind ausgepowert, ausgelaugt und können keinen klaren
Gedanken mehr fassen.

In diesen Situationen empfinde ich eine Leere. Und in diese Leere hinein fällt mir ein Liedvers ein: „In der Stille angekommen, werd´ ich ruhig zum Gebet…“ Ich lebe bewusst diese Stille und nehme mir Zeit für das Gespräch mit Gott. Höre hin, was er mir sagt. Bekomme neue Kraft. Den Jüngern, die mit Jesus unterwegs waren, ist es vielleicht ähnlich ergangen. Sie pilgerten durch das Land, trafen Menschen, und es war jemand da, der sie begleitete. Und dann wird Jesus gefangen genommen, gekreuzigt, und er stirbt. Er ist nicht mehr da. Sie wissen nicht mehr weiter. Sie sitzen verängstigt und trauernd in einem Haus zusammen.

In diese Leere hinein zeigt sich der auferstandene Jesus den Jüngern und gibt ihnen den Auftrag: „Geht in die ganze Welt und verkündet die Gute Nachricht allen Menschen!“ Diese Begegnung gibt den Jüngern neue Kraft. Sie gehen los und erzählen von Gottes Liebe und Güte, so wie Jesus es ihnen vorgelebt hat. Gut, dass sie den Auftrag angenommen haben. Sonst hätten wir vielleicht nie von Gott erfahren.

Das Ereignis von früher und auch meine eigenen Erfahrungen zeigen mir, dass mich Gott trägt. Nicht nur in guten Zeiten, sondern gerade auch in den Zeiten, in denen eine Leere in meinem Kopf vorherrscht. In diese Leere, diese Stille hinein spricht Gott zu mir und ich zu ihm. Gott lässt mich die Welt mit anderen Augen sehen.

Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie diese Erfahrung mit Gott erleben dürfen und jemand da ist, der Ihnen von der Guten Nachricht erzählt.

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Ingrid Radlanski

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Fr. 23.01.15
Eine große Familie
Thomas Steinke
Eine große Familie

Die Familie steht nach wie vor hoch im Kurs! Eine Umfrage in Deutschland zum Stellenwert von Familie, Beruf, Hobbies und Freunden brachte folgendes Ergebnis:
Im Jahr 2013 gaben rund 76 Prozent der Befragten an, dass für sie die Familie den höchsten Stellenwert hat. Wir alle sind Teil einer wie auch immer gearteten Familiengeschichte. Auch wenn wir keine eigene Familie gegründet haben, Teil unserer Herkunftsfamilie sind wir alle.
Und als Christinnen und Christen gehören wir nicht nur zu unserer leiblichen Familie, sondern auch zu einer geistlichen Familie: Wir sind Kinder Gottes durch den Glauben an Jesus Christus - und damit seine Schwestern und Brüder und Geschwister untereinander. Als Mitglieder dieser großen Familie sind wir regelmäßig zu „Familientreffen“ eingeladen: Sonntags in den Gottesdienst nämlich. In der nächsten Zeit besonders gemeinsam mit den Geschwistern in der Region zu den Themengottesdiensten zur Aktion „Liebe in Aktion“. Wie wir echte Beziehungen leben können, darum geht es ab dem 18. Februar.
Diese Aktion soll ausstrahlen in unseren „Familienalltag“. Wörtlich und übertragen verstanden. Unsere leiblichen Familienangehörigen werden positive Veränderungen spüren und unsere geistlichen Geschwister hoffentlich auch. In Kleingruppentreffen kann vertieft werden, was beim persönlichen Lesen des Buches angestoßen wird.
Übrigens: In unserer Region werden im Frühjahr zwei „Familienausflüge“ angeboten: Das Pilgerwochenende vom 1.-3. Mai 2015 und die Gemeindefreizeit in Boltenhagen über das Himmelfahrts-Wochenende.
Die Jahreslosung ruft uns dazu auf, uns als Glaubensgeschwister in Liebe zu begegnen - und darüber hinaus niemanden auszugrenzen, der von außen dazu kommt und eine neue Heimat bei uns sucht:
„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob!“ (Römer
15,7)
 

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Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Thomas
Steinke
Pastor
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Di. 25.11.14
Dem Stern folgen...
Dem Stern folgen...

Die Tage werden immer kürzer, und für viele von uns bedeutet das: Egal ob auf dem Weg zur Arbeit oder wieder nach Hause – der Himmel ist in Dunkelheit getaucht. Mit ein bisschen Glück sind dann wenigstens keine Wolken da, die uns die Sicht auf eines der wunderbarsten Naturphänomene nehmen: den Sternenhimmel.
Sterne können faszinieren, können Anziehungspunkte für uns sein, und das in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Für den einen sind es die Stars und
Sternchen, die Schönen und Reichen, die ihn ganz besonders interessieren. Für den anderen ist es der Stern, den er vor sich sieht, wenn er morgens in sein Auto einsteigt – auch wenn die Kenner eben jener deutschen Automarke sicherlich wissen, dass der Stern neuerdings häufig außer Sicht auf dem Kühlergrill prangt.
Sterne sind seit jeher für uns Menschen etwas Besonderes und markieren das auch: vielleicht als Rangabzeichen oder als Stern im Schulheft für einen sehr guten
Aufsatz.
Wie sehr Sterne aber eben auch Anziehungspunkt, ja sogar Wegweiser sein können, davon berichtet uns eine richtige Abenteuergeschichte im  Matthäusevangelium. Die Sternendeuter machen sich auf eine ungewisse Reise. Keine Karte weist ihnen den Weg. Nur ein Stern gibt ihnen den Anhaltspunkt,
wo das Besondere oder besser: DER Besondere zu finden sei. Ein König soll es sein, der geboren wurde! Ob sie da geahnt haben, dass der Stern sie am Ende in einen kleinen Stall führen würde und dass sie dort vor dem Retter der Welt auf ihre Knie fallen würden: dem Kind in der Krippe?
Auch wenn wir diesen Stern heute nicht mehr am Himmel sehen können, so bleibt er trotzdem für uns ein Wegweiser. Eigentlich müsste über jeder Gemeinde heute ein Stern stehen (und in vielen Kirchen ist das zu Weihnachten ja auch der Fall). Denn in unseren Gemeinden soll das fortbestehen, was uns Jesus vorgelebt hat. Sie sollen ein Ort der Nächstenliebe sein. Hierhin kann kommen, wer Hilfe braucht – egal, woher er kommt!
Dass aber unsere Gemeinden zu Orten der Nächstenliebe werden, dazu braucht es die Kraft und Mittel, die schon jetzt so viele Menschen aufbringen. Und damit das auch in Zukunft gelingt: Folgen wir dem Stern – dann schaffen wir Besonderes!

Sa. 20.09.14
Und Jesus sah einen Menschen…
Günter Brunkhorst
Und Jesus sah einen Menschen…

Was sah Jesus denn? Zunächst einmal das, was alle gesehen haben. Er sah einen Menschen am Zoll sitzen. Damit war für alle klar, wie es um diesen Menschen stand. Der war ein habitueller Sünder. Der sündigt nicht nur ab und zu, gemäß dem Lied „Wir sind ja alle kleine Sünderlein“. Nein, der sündigt berufsmäßig. Das jedenfalls glaubten die Menschen. Der Zöllner arbeitete für die römische Besatzungsmacht, das heißt, er kollaborierte mit Ungläubigen, die in den Augen der frommen Juden unrein waren. Wer mit denen Umgang hatte, der machte sich ebenfalls unrein. Sie wurden verachtet unter den frommen Juden. Auch für Matthäus, den Mann am Zoll, war die Lage aussichtslos. Der war unten durch bei den Menschen.
Jesus hat offenbar aber mehr gesehen, er hat diesen Menschen am Zoll mit anderen Augen gesehen. Er sah nicht nur den verrufenen Zöllner, er sah bereits das, was aus diesem Menschen werden sollte: ein Jünger und Apostel. Jesus sieht die Menschen anders, er behaftet sie nicht bei ihrer Vergangenheit, sondern sieht, was aus ihnen werden kann und soll. Er sieht mit den Augen der Liebe; denn nur die Liebe kann Menschen wirklich verwandeln und neu machen, weil nur die Liebe das Herz erreicht.
Die Augen der Wahrheit sehen, was ein Mensch ist und was er nicht ist. Aber die Augen der Liebe sehen das, was ein Mensch noch werden kann. Das ist das Geheimnis der Liebe Jesu. „Und er stand auf und folgte ihm…“ Genauso überraschend wie die Berufung durch Jesus ist auch die Reaktion des Matthäus: Ohne ein Wort steht er auf und lässt alles zurück: Sein Einkommen, dazu wahrscheinlich Haus und Familie, und auch seine Freunde, selbst wenn auch diese eher unter den Zöllnern und Sündern zu finden waren. Aber so ist das mit der Liebe: Sie verwandelt und setzt in Bewegung.
Wer kennt das nicht aus eigener Erfahrung? Wer so richtig verliebt ist, der ist zu fast allem fähig. Und hier geht es um mehr als verliebt sein. Bei Matthäus geht es um eine viel größere Liebe. Er spürt durch Jesu Zuwendung nicht weniger als die Liebe Gottes. Bisher war er selbst überzeugt, dass Gott ihn längst abgeschrieben hat. Und jetzt merkt er plötzlich, dass er von Gott geliebt ist. Die Liebe Gottes wird ihn verwandeln.

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Günter Brunkhorst

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Günter
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Sa. 19.07.14
Switch
Ingrid Radlanski
Switch

Unter diesem Motto sind wir in diesem Jahr mit 60 Jugendlichen auf Sommerfreizeit an der Toskana unterwegs. Wir fragen uns: Wo bleibt Zeit für uns? Wo bleibt Zeit für Gott? Wir leben in einer Zeit, da heißt es einschalten, umschalten, weiterschalten, wegschalten. Hier sein und gleich wieder weiter. Eine Aufgabe jagt die  nächste.
Hier sein und doch schon mit den Gedanken bei der nächsten Sache sein. Immer begleitet vom Smartphone. Immer verbunden mit der Außenwelt, immer erreichbar sein. Und wann schalten wir ab? Dürfen wir das überhaupt? Ich möchte von zwei Schwestern erzählen. Beide leben zusammen in einem Haus. Und sie bekommen Gäste. Jesus und seine Jünger kommen zu Besuch. Martha versucht, eine gute Gastgeberin zu sein. Sie steht in der Küche, bereitet Speisen zu und man hört das Klappern von Töpfen und Geschirr. Ganz anders macht es Maria. Sie setzt sich zu Jesus und hört ihm einfach zu. Wer hat denn nun das Bessere gewählt?
Es ist doch auch ganz normal, dass man seinen Gästen etwas zu trinken und essen anbietet, dass man probiert, es dem Gast so angenehm wie möglich zu machen. Die große Gefahr dabei ist jedoch, dass man vergisst, sich um den Gast als Person zu kümmern. Jesus meint auch, dass Maria das Bessere gewählt hat. Immerhin ist er nicht auf die Welt gekommen, um bedient zu werden. Er möchte den Menschen seine Botschaft erzählen, und das geht nur, wenn man sich nicht mit anderen Dingen ablenkt (frei nach Lk 10,38-42).
Obwohl wir sicherlich im Alltag eher wie Martha sind, immer beschäftigt und immer unterwegs, so dürfen wir doch zwischendurch auch abschalten. So sein wie Maria. Zuhören, was Jesus uns zu sagen hat. Diese Chance, ihn zu hören, sollten wir uns nicht selbst nehmen, und sie soll uns auch von anderen nicht genommen
werden.
Im Alltag heißt es: Sich Zeit nehmen. Alle Aktivitäten und Kommunikationsmittel abschalten. Hören, was Jesus zu sagen hat, indem wir in der Bibel lesen, im Gebet mit ihm ins Gespräch kommen oder in Ruhe neue Kraft schöpfen. Auf der Freizeit in der Toskana werden wir dies üben. Und ich hoffe, dass einiges davon mit in den Alltag genommen werden kann, und dass die Jugendlichen es in die Gemeinden und Familien tragen. Denn wir dürfen auch mal abschalten.

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Ingrid Radlanski

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Diakon/-innen
Ingrid
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Mi. 04.06.14
Der Transfer schlechthin
Jens Ubben
Der Transfer schlechthin

Am 12. Juni um 22 Uhr deutscher Zeit wird der Startschuss gegeben: 65000 Personen werden in Sao Paulo gespannt zuschauen und Millionen, vielleicht Milliarden  an den Fernsehern hängen. Wenn FIFA-Chef Sepp Blatter mit Brasiliens Chefetage das Startsignal gibt, spätestens dann ist so ziemlich vergessen, was am 3.  Spieltag in der Fußball-Bundesliga passiert ist. Spätestens dann sind manch familiäre Grundsatzdebatten vergessen, ob am Samstagabend die Sportschau das  Programm füllt. Dann nehmen auch viele sonst kaum Interessierte ein wenig wahr von der Fußball-WM in Brasilien.
Das große Turnier wird wieder zur Tummelwiese der großen Transfers werden: Die ganz großen Stars werden sich für einen noch besseren Vertrag bei einem
noch beliebteren Verein empfehlen. Manches noch ziemlich unbekannte Gesicht wird die Bühne des großen Turniers nutzen, um sich ins Rampenlicht zu spielen
und aus dem Schattendasein in ein großes Team zu wechseln. Die Transfers sollen dabei nur in eine Richtung gehen: nach oben. Ein paar Stufen aufwärts.
Alles andere ist ein Rückschritt. Oder schon ein Vorbote des Karriereendes. Ein anderer Transfer spielt sich eher still und weniger beachtet ab: Der, der eigentlich auf die ganz große Bühne gehört, der wechselt hinab in die Ebenen des menschlichen Alltags. Als Gott in der Person Jesus zu seinen Menschen kommt, bleibt es ziemlich ruhig um ihn.
Nach außen ist es der große Abstieg in die Welt der Menschen. Und trotzdem geschieht da der Transfer schlechthin für diesen Kosmos. Mit Jesus ist der neue Hoffnungsträger auf die Welt gekommen. Gott als Mensch auf dieser Welt: Das ist Gottes Idee! Er macht sich so klein, dass er verletzlich wird. Aber darin wird er nahbar für seine Menschen. Mit dem Ziel, dass Gott und seine Menschen wieder zusammenkommen können. Und dass Menschen, wenn sie wieder in Verbindung zu Gott stehen, auch ganz neu aufeinander zugehen können.
Einer steigt freiwillig ab, damit andere dazukommen können! Vielleicht denken wir mal daran, wenn wir unseren Kickern in Brasilien zuschauen.

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Jens Ubben

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Pastor/-innen
Jens
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Sa. 29.03.14
"Wenn Weihnachten und Ostern auf einen…
Sabine Gerken
"Wenn Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen"

Freizeitvorbereitung unserer Kinderfreizeiten in den Osterferien. Wir wollen in nur vier Tagen die kirchlichen Feste erklären und feiern. Wissen Sie die Bedeutung? Bei Weihnachten ist das ja noch einfach, bei Passion und Ostern wird es schon schwieriger. Und Pfingsten?! Umfragen zufolge wissen nur noch 50 % der  Deutschen, warum wir Ostern feiern und 73 % nicht, was wir an Pfingsten feiern.

Wir haben die Idee, dass Weihnachtsmann und Osterhase zu Besuch kommen. Dann behaupte ich: „Wir können den Kindern ja auch erklären, was der Osterhase und die Ostereier mit der Ostergeschichte von Jesu Auferstehung zu tun haben!“ Skeptische Gesichter in der Runde. Einer bringt auf den Punkt, was alle denken: „Da bin ich aber gespannt!“

Ich finde Hinweise darauf, dass der Hase als Symbol für Fruchtbarkeit und Leben seit ca. 400 Jahren die Ostereier bringt. Die Spur „Leben“ ist gut, schließlich eröffnet uns die Auferweckung Jesu von den Toten ganz neue Lebensmöglichkeiten und die Hoffnung auf ein Leben, das nie endet. Und wie der Hase sich vermehrt, so soll die Botschaft von Ostern sich verbreiten und weitererzählt werden. Schönes Bild!

Und die Ostereier? Der Kirchenlehrer Ephräim sagt im 4. Jahrhundert: „Gleich einem Ei springt auf das Grab!“ Von außen wirkt es kalt und tot, doch aus seinem Inneren erwächst neues Leben. So steht es symbolisch für das Grab, aus dem Jesus Christus am Ostermorgen von den Toten auferstanden ist. Kann uns das helfen, Ostern zu verstehen?

In der Bibel sehen wir, dass die ersten, die zum leeren Grab am Ostermorgen kamen, es nicht verstanden haben: die Frauen waren entsetzt und liefen ängstlich weg. Viele Begegnungen mit dem Auferstandenen waren nötig, und schließlich half auch der Heilige Geist zu Pfingsten (!), diese großartige Botschaft ins Leben zu übersetzen: Wir haben neue Hoffnung. Wir haben jemanden an unserer Seite, der all unsere Wege mitgeht, schöne und schwere, und der uns nie verlässt, auch in den letzten Stunden unseres Lebens nicht. Ob wir das den Kindern erzählen können, dass sie solch einen Freund an ihrer Seite haben?! Ob wir das immer wieder glauben können?!

Fröhliche Ostern wünscht Sabine Gerken

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Sabine Gerken

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Mo. 10.03.14
Fasten
Jens Ubben
Fasten

Irgendwann ist Fasching vorbei. Leider, sagen viele. Gott sei Dank, meinen andere. Nach Aschermittwoch kommt dann die Fastenzeit. Sieben Wochen lang verzichten.

Hängen beide Zeiten nicht enger zusammen als gedacht? Bevor Menschen verzichten, möchten sie genießen. Vor sieben Wochen der Zurückhaltung soll es noch einmal großzügig zugehen. Kann ich gut verstehen. Aber Genuss wird erst vor dem Hintergrund des Verzichtes wirklich spürbar und bekommt seinen Sinn.

Das Fasten für 40 Tage erinnert daran, dass Jesus vor der Zeit seines öffentlichen Wirkens selbst erst einmal 40 Tage in die Wüste gegangen ist, um sich auf den neuen Zeitabschnitt vorzubereiten. Um geistliche Kraft zu schöpfen für das, was vor ihm lag.

Früher gehörte das Fasten zum Leben selbstverständlich dazu. Heute kann sich jeder selbst überlegen, ob er die sieben Wochen vor Ostern zu einer besonderen Zeit macht oder nicht. Denn genau das ist das Ziel dieser Zeit. Weniger die Frage, ob ich mal auf Süßigkeiten, Feierabendbier oder das Schnitzel verzichten kann. Sondern, ob ich mir Zeiten gönne, in denen ich aus dem Normalprogramm aussteige und zu mir selbst finde. Mich vorbereite auf neue Zeitabschnitte mit ihren Herausforderungen. Das Fasten drückt dann nur äußerlich aus, dass sich im Inneren ein besonderer Prozess abspielt.

Fasten ist wenig modern. Schade eigentlich. Könnte es sein, dass mancher Mensch nur deshalb in seinem Leben so wenig Außergewöhnliches erlebt, weil so wenig Zeit da ist, das Außergewöhnliche zuzulassen?

Fasten Sie mal!

 

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Jens Ubben

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Di. 28.01.14
"Mein Sohn"
Günter Brunkhorst
"Mein Sohn"

Am 5. März beginnt die „Expedition zum Anfang“ - in 40 Tagen durch das Markusevangelium. Ich freue mich auf diese neue Entdeckungsreise, zumal es dabei um mein Lieblingsbuch unter den Evangelien geht. Markus hat mich schon während meines Studiums besonders angesprochen.  Ich habe bei diesem ältesten der vier Evangelien das Gefühl, Jesus und seiner Geschichte am nächsten zu sein. Vieles klingt hier noch ursprünglich, weniger theologisch überladen.

Bei ihm beginnt das Evangelium mit der Taufe Jesu durch Johannes dem Täufer. Hier wird von höchster Stelle bestätigt, wer dieser Jesus von Nazareth in Wahrheit ist, nämlich Gottes Sohn. Markus berichtet, dass, als Jesus nach der Taufe aus dem Wasser stieg, sich der Himmel auftat und eine Stimme geschah:  „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“. Danach beginnt die Wirksamkeit Jesu als Prediger und Heiler, wobei er immer wieder ein Geheimnis darum macht, wer er in Wahrheit ist.

Nur zweimal noch wird Jesus als Sohn Gottes bestätigt. Einmal in der Mitte des Evangeliums, als Jesus seinen Jüngern seinen Leidensweg ankündigt und gleich
danach drei seiner Jünger auf dem Berg der Verklärung Gottes Stimme hören: „Dies ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören“. Und beim letzten Mal ist es  ausgerechnet ein römischer Hauptmann, ein Heide also, der nach dem Tod Jesu am Kreuz bekennt: „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen“.

Markus will deutlich machen, dass Jesus nur vom Ende seines Weges her zu verstehen ist. Ohne seine Passion kommt man dem Geheimnis seiner Person und
seiner Sendung nicht auf die Spur. „Du bist mein Sohn!“ Dieses Wort wirft aber nicht nur ein Licht auf die Taufe Jesu. Für Markus gilt diese Zusage für jede Taufe. Wenn ein Mensch getauft wird, dann öffnet sich - für uns unsichtbar - auch über ihm, dem Getauften der Himmel und Gott sagt: „Du bist mein Sohn“ bzw. „Du bist meine Tochter“.

Das heißt für mich: Durch die Taufe steht mir der Himmel offen. Und Jesus, Gottes Sohn, ist es, der durch seinen Tod und seine Auferstehung den Himmel für mich
aufgetan hat. Markus macht mir Mut, an diesen Jesus zu glauben und ihm zu vertrauen, im Leben und dann auch im Sterben.
 

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Günter Brunkhorst

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Mo. 13.01.14
Wie wollen wir leben?
Thomas Steinke
Wie wollen wir leben?

Mehrere hundert Särge, aufgereiht in einer großen Halle auf der Mittelmeerinsel Lampedusa: Schnell geraten diese Bilder aus dem vergangenen Herbst in Vergessenheit. "Es muss, muss, muss anders werden", hatte der italienische Innenminister Angelino Alfano damals gerufen. Ist es das wirklich, anders geworden? Zwar äußerten die Staats- und Regierungschefs der EU beim Gipfeltreffen kurz vor Weihnachten noch einmal "tiefes Bedauern über die Vorgänge vor Lampedusa". Aber grundlegende Änderungen in der Asylpolitik sind nicht in Sicht. Das Bollwerk an den Außengrenzen noch dichter machen, die Küstenwachen mit modernster Technik ausstatten - unseren Wohlstand zu retten scheint uns wichtiger zu sein als Menschen zu retten.

Und wie glaubwürdig ist die moralische Verurteilung der Schlepperbanden und der korrupten Regierungen in Afrika tatsächlich? Wenn uns wirklich etwas an einer Veränderung in den Ländern des schwarzen Kontinents gelegen wäre, müssten wir endlich damit beginnen, über Alternativen ernsthaft nachzudenken. Wir dürften diese Länder nicht mehr einseitig als Ressourcen-Lieferanten und Endprodukt-Abnehmer betrachten. Wir müssten uns damit auseinandersetzen, dass unsere Ökonomie - an Überfluss, stetigem Wachstum und Ressourcenverschwendung orientiert - auf der anderen Seite der Welt zur Ausbeutung der Lebensgrundlagen führt. Wir müssten unsere Einteilung in "gute" und damit legale Flüchtlinge, die aus politischen Gründen kommen, und in "böse" und damit illegale Flüchtlinge aufgeben, die aus wirtschaftlichen Gründen an unsere Tür klopfen. Was würden wir selbst tun angesichts von Hunger, von fehlender Perspektive und Verzweiflung? Das UN-Flüchtlingswerk fordert seit Längerem humanitäre Visa. Dann müssten sich die Flüchtlinge nicht mehr kriminellen Schlepperbanden anvertrauen.

Natürlich ist die Migrationssteuerung ein legitimes Interesse der EU. Die genannten grundsätzlichen Fragen sollten wir dabei aber nicht verdrängen. Die Flüchtlingsströme nehmen weiter zu. Von einem "Tsunami" haben UN-Mitarbeiter gesprochen. Helfen da höhere Mauern? Und wollen wir so leben: Im goldenen Käfig, hinter Stacheldraht "gesichert", während die Menschen vor unserer Haustür sterben?

 

Als Christen berufen wir uns auf Jesus Christus. Er sagt: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan." (Matthäus-Evangelium 25, 40) Hoffentlich werden wir nicht einmal hören müssen: "Ich war hungrig, aber ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, aber ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd, aber ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, aber ihr habt mir nichts anzuziehen gegeben; ich war krank und im Gefängnis, aber ihr habt euch nicht um mich gekümmert." (Mt 25, 42f) Noch können wir unsere Lebenseinstellung überdenken: Wie wollen wir leben?

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Thomas Steinke

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Mo. 23.12.13
Sie haben Post!
Jens Ubben
Sie haben Post!

Sind Sie in diesen Tagen fleißig am Schreiben? Briefe zu Weihnachten haben Hochkonjunktur. Das sind Anlässe, zu denen auch die Freunde von E-Mail und Smartphone plötzlich zu Stift und Briefmarke greifen. Auf einmal liegen im Briefkasten nicht nur Rechnungen, sondern bunte Karten und Umschläge.

Vielleicht kennen Sie das auch zu Hause: Zu Weihnachten stapeln sich dann die Grüße per Post. Manche ausführlichen Exemplare sind darunter, mit vielen Neuigkeiten. Andere Briefe sind eher knapp gehalten: Eine schicke Karte, ein kurzer Gruß. Weniger die Inhalte sind wichtig, oft mehr das Signal: Ich denke weiter an dich! Frohe Weihnachten auch von mir!

Für mich als Kind war das manchmal irritierend: Da tauchten plötzlich Briefe auf von Leuten, die ich gar nicht kannte. In unserem Wohnzimmer hatte ich die nie gesehen. Und wenn sich jemand zu Weihnachten nicht meldete, war das verdächtig: Ist er etwa krank? Hat sie uns diesmal vergessen? Ob wir da mal anrufen und nachhaken sollten?

Hoffentlich bleibt die alte Angewohnheit erhalten, die Post zu Weihnachten. Und Gott, der hätte bestimmt auch gern Post von uns. Zwischen Kurznachrichten, Protestmeldungen, Stoßgebeten über das Jahr verteilt: Mal wieder einen Brief. Zu Weihnachten. Nicht dass er auf die Idee kommen könnte, es wäre vorbei mit dem Kontakt. Ein kurzer Gruß: „Hallo, ich bin noch da!“ Oder so: „Lange nichts mehr von mir hören lassen. Ich denke trotzdem an dich. Lieben Gruß!“ Die Langversion geht auch: „Mir geht’s gerade nicht so toll! Ob dich das interessiert? Habe in diesem Jahr viel durchgemacht, und es wäre gut, wenn du das wüsstest…“ Vielleicht auch einfach nur: „Danke!“ Oder: „Schreib du mir doch auch mal wieder. Ganz persönlich. Du bist mir so fremd geworden. Würde gern mal wieder was von dir hören.“

Weihnachten ist eine gute Gelegenheit, sich bei Gott mal wieder zu melden. Er freut sich garantiert. Und beantwortet seine Post gern – auch wenn nicht gerade Geburtstag oder eben Weihnachten ist!

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Do. 21.11.13
Eine gute Nachricht weitergeben
Thomas Steinke
Eine gute Nachricht weitergeben

Was erzählen wir eigentlich von anderen weiter? „Nur Gutes natürlich!“, ist vielleicht die erste Reaktion. - Wirklich? Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir in unseren Gesprächen unbewusst der journalistischen Regel folgen: „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten!“ Wenn jemandem ein Fehler unterlaufen ist, wenn ihm eine Panne passiert ist, dann macht das schnell die Runde. Wo wir einen Skandal wittern, sind wir hellwach. Und wenn die Gerüchteküche erst einmal
brodelt, geben sich die wenigsten Mühe, die Wahrheit herausfinden zu wollen. Gedankenlos machen wir dieses Spiel mit - es sei denn, wir sind selbst betroffen - als diejenigen, über die getuschelt oder laut gesprochen wird.  Manchmal braucht es einen ganz bewussten Entschluss: Ich mache da nicht mehr mit! Ich habe es nicht nötig, mich selbst besser zu fühlen, wenn andere  schlecht gemacht werden. Ich rede so über andere, wie ich es mir selbst auch von ihnen wünsche: respektvoll, zurückhaltend und so, dass ich das Gute herausstelle. Und vor allem: Ich spreche weniger über sie als vielmehr mit ihnen selbst.
Die diesjährige Adventsaktion lädt uns alle ein und fordert uns auf: „Eine gute Nachricht weitergeben!“ Die Klebemarken, die dem Anschreiben zum Freiwilligen Gemeindebeitrag beiliegen, sind eine Möglichkeit dazu - auf der Titelseite ist schon eine abgebildet. Es gibt unzählige andere Gelegenheiten, anderen in unserer Nähe oder in der Ferne ein gutes Wort zu sagen oder ihnen eine gute Nachricht weiterzugeben. Die beste Nachricht überhaupt wird wieder an Weihnachten quer über den Globus laut zu hören sein: Gott selbst kommt in unsere Welt, ja, in unser Leben. Wer sich ihm öffnet, wird die beglückende Gewissheit erfahren: Ich bin niemals allein!
Diese Nachricht kann gar nicht vielfältig und kreativ genug weitergegeben werden: Machen Sie mit!

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.kirche-rotenburg.de/node/3610#meldungsanker

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Thomas Steinke

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Mo. 21.10.13
Gott bei Facebook
Jens Ubben
Gott bei Facebook

Verstecken bei Facebook geht nicht mehr, las ich letzte Woche. Nutzer des sozialen Netzwerks, die bisher nicht wollten, dass fremde Nutzer ihr Profil über eine Suchfunktion finden können, konnten das entsprechend einstellen. Damit soll bald Schluss sein. Im Suchfeld kann künftig jedes gewünschte Profil angezeigt werden.

Facebook hält mich auf dem Laufenden, was andere gerade machen, was sie beschäftigt, was sie mögen, wo sie gerade unterwegs sind, bei welcher Veranstaltung ich sie demnächst treffen kann. Da heißt es, gut zu überlegen, was der andere wissen darf. Manche sind da sparsam und wählen sorgfältig aus, von anderen erfahre ich pikante Details.

Beim Blick auf unzählige Profile und Statusmeldungen frage ich mich: Hat Gott wohl einen ähnlichen Überblick über uns Menschen? Psalm 139, ein Lied aus dem Alten Testament der Bibel, verrät mir: Er sieht und hört sogar viel mehr. Nicht nur Facebook-Freunde, nicht nur Facebook-Mitglieder, sondern alle Menschen. Er sieht nicht nur das, was Menschen in ihrer Statusmeldung schreiben, sondern er weiß, was jeder denkt und fühlt.

Erschreckend? Bei Facebook kann ich immerhin noch sorgfältig überlegen, was ich schreibe, wo ich meine Klicks mache und Spuren hinterlasse. Vor Gott ist dagegen nichts geheim. Er sieht alles. Auch meine gehässigen Gedanken, dunkle Geheimnisse. Er durchschaut mich!

Oder nicht doch erleichternd? Das hieße doch umgekehrt: Ich muss Gott nichts vormachen. Ich muss nicht so tun, als wäre alles in Ordnung. Weil er ohnehin alles über mich weiß, kann ich ihm durch Beten meine Probleme anvertrauen. Auch meine schlechten Gedanken und unausgesprochene Dinge meines Lebens. Gott gefällt nicht alles, was er bei mir sieht. Wenn ich andere Menschen oder mich selbst verletze. Wenn mein Leben sich ständig nur um mich dreht. Gott sieht es. Dann darf ich es auch aussprechen. Um Vergebung bitten. Um Hilfe zur Veränderung bitten. Und Gott mag mich trotz allem!

Hätte ich einen „Gefällt-mir-Button“, Gott würde ihn anklicken.

 

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Jens Ubben

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Gemeindebrief
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Jens
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Mi. 25.09.13
Unser tägliches Brot gib uns heute....
Unser tägliches Brot gib uns heute....

In unseren Breiten gehört die Scheibe Brot zur täglichen Ernährung. Morgens mit Marmelade und abends mit Leberwurst bestrichen, möchten wir nicht darauf verzichten.

Brot gehört dazu. Früher kam das ganze Dorf zusammen, um das Brot im Backhaus zu backen. Heute stehen wir in der Bäckerei vor vollen Regalen und können wählen zwischen unendlich vielen Sorten. Brot ist selbstverständlich und im Überfluss vorhanden. Das war nicht immer so, doch inzwischen leiden wir in unserer Region daran keinen Mangel. Gott sei Dank!

 

Sie alle kennen das Vaterunser. In einer Bitte dieses Gebetes heißt es: "Unser tägliches Brot gib uns heute".

Ist denn diese Bitte bei den vollen Regalen überhaupt noch zeitgemäß? Wir brauchen doch nicht mehr zu bitten, wir können doch kaufen. Ja, stimmt, Brot können wir kaufen; manchmal so viel, dass einiges davon im Müll landet. 

Aber können wir Brot noch achten und dafür dankbar sein?

 

So viel ist nötig, damit wir Brot auf dem Tisch haben: die Samenkörner müssen keimen und wachsen. Das gelingt nur, wenn guter Boden und das passende Wetter die Bedingungen dafür schaffen. Dann steht das Getreide -wenn alles gut geht- so schön und üppig auf den Feldern. Danach geht es an die Ernte, das reife Korn wird zu Mehl verarbeitet und das schließlich zu Brot. Wer diesen Werdegang betrachtet, begreift: Brot ist etwas Wunderbares und Wertvolles.

 

"Unser tägliches Brot gib uns heute". Diese Bitte erinnert uns an das Wertvolle und Lebensnotwendige, das wir von Gott und den Menschen bekommen. Dazu gehört ja nicht nur Brot, also Essen und Trinken. Dazu gehört viel mehr: Zeit, die wir für uns selbst und für andere haben; Freundschaft, die den anderen/ die andere mit Gottes Augen sieht; Freude daran, mit anderen zu teilen....

Ihnen fällt sicher noch mehr ein. Und das alles wünsche ich Ihnen.

Do. 25.07.13
Wohin geht die Reise?
Lars Rüter
Wohin geht die Reise?

Eine kleine Geschichte aus Indien erzählt von einem Reiter, der im Galopp übers Land jagt. Ein alter Bauer auf dem Feld ruft ihm zu: „He, Reiter, wohin?“ Der wendet seinen Kopf über die Schulter und schreit zurück: „Frag nicht mich, frag das Pferd!“

Wahrscheinlich ähnelt unsere Lebenseinstellung oft der des Reiters: Nur vorwärts, nur schneller, schöner, besser, angenehmer muss alles werden. Welcher Preis dafür zu zahlen ist, ist gleichgültig – zunächst jedenfalls. Der Reiter meint, er könne die Verantwortung für seinen Weg dem Pferd übertragen. Aber es müsste doch umgekehrt sein: Er müsste sein Pferd beherrschen.

Ähnlich verlassen wir uns gerne auf das, was wir selbst geschaffen haben: Auf die Technik, auf den Fortschritt, auf den Staat, der schon alles regeln wird. Und wenn das Auto dann mal nicht fährt oder der Computer abstürzt, stehen wir dumm da, aber das sind noch eher harmlose Beispiele für solche Abhängigkeit.

„Wohin?“ – die Frage des Bauern an den Reiter ist angebracht. Wohin geht unsere Lebensreise, wer entscheidet darüber? Einzuhalten und darüber nachzudenken, tut sicherlich gut.

Gelegenheit ist da – im Gottesdienst, im Gespräch mit dem anderen, im gemeinsamen Nachdenken über die Frage, was unser Leben eigentlich bewegt.

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Lars
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Sa. 01.06.13
"Soviel du brauchst"
Ingrid Radlanski
"Soviel du brauchst"

„Soviel du brauchst!“ (2. Mose 16,18) Das Volk Israel wurde gerade aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit. Sie hatten Hunger und Durst. Gott gab ihnen zu essen. Er machte sie satt. Er sorgte für sie, damit es ihnen gut ging. Er gab ihnen genug und jeden Tag wieder neu. Trotz seiner Fürsorge ermahnte er sie:  „Nehmt soviel ihr braucht, aber nicht mehr.  Ich werde jeden Tag neu für euch sorgen.“

„Soviel du brauchst“ sollst du nehmen.  Aber Gott bittet uns um verantwortliches Handeln.  Wir sollen es uns gut gehen lassen, aber nicht auf Kosten der Natur, der Gesellschaft, unserer Mitmenschen oder unserer eigenen Gesundheit.  Wir sollen keinen Raubbau begehen, auch nicht mit uns selber. Wir sollen Maß halten und für die Momente dankbar sein, die Gott uns jeden Tag neu schenkt.

„Soviel du brauchst“.  Im Alltag bleibt doch kaum Zeit, darüber nachzudenken.  Die Aufgaben, die täglich zu erledigen sind, halten uns in Trab. Sie geben uns oft das Gefühl, in einem Laufrad zu sein, ohne aussteigen zu können. Der Alltagsstress  lässt uns nicht los, und es bleibt das Gefühl der Zerrissenheit. Was fehlt, sind die Ruhe und die Entspannung, die geistige Wellness.

Sommerzeit ist auch Urlaubszeit. Eine Zeit, um den Alltagstrott zu unterbrechen: Eine Auszeit vom Stress in Schule, Beruf oder den alltäglichen Aufgaben. Urlaubszeit ist eine Zeit für Ruhe und Entspannung,  für Besinnung.

Und eine Zeit, um neue Kräfte zu tanken. Schön, wenn wir immer Urlaub hätten!

Aber: Warum nehmen wir uns nicht im  Alltag die Momente, den „Miniurlaub“ zum Auftanken? Im Alltag dürfen und müssen wir uns diese Zeiten erlauben und vor allem wahrnehmen. Den  Alltag einmal bewusst gestalten:  Sich hin und wieder Zeit für sich nehmen, anstatt permanent für andere da zu sein. Oder mit der Familie einen Ausflug machen, der zu einem Highlight für alle wird. Oder sich mit Freunden treffen.

Die Zeit der geistigen Wellness sieht für jeden anders aus. Aber erlauben Sie sich diese Zeit: „Soviel und was du brauchst“.

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