Meldungen in der Gemeinde

So ist Kirche hier in der Gemeinde. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Claus-Dieter Winkelmann: 50 Jahre Kirchenvorsteher

Gemeinsam fröhlich entscheiden“ – Claus-Dieter Winkelmann ist seit 50 Jahren Kirchenvorsteher

Seit 1970 ist der 71jährige Claus-Dieter Winkelmann ohne Unterbrechung Kirchenvorsteher in der St.-Lucas-Kirchengemeinde Scheeßel. Dabei hat er mit 64 verschiedenen Kirchenvorstehern sowie 19 Pastoren zusammengearbeitet. In seiner bisherigen Amtszeit gab es in Rotenburg sechs Superintendenten. Seit 1976 ist Winkelmann Vorsitzender des Finanz- und Verwaltungsausschusses, in dem entsprechende Themen für den Kirchenvorstand vorbereitet werden. Zudem ist er im Vorstand der St.-Lucas-Stiftung als Rechnungsführer und Schriftführer tätig.

Als Sparkassenbetriebswirt arbeitete Winkelmann für die Sparkasse Scheeßel und war zuletzt Leiter der Revisionsabteilung, bevor er 2009 in den Ruhestand trat. Ehrenamtlich engagiert sich Winkelmann auch bei den Beekscheepers, übernimmt dort Archivtätigkeiten und tanzt in der Dienstagsgruppe.

Für den Gemeindebrief erzählt Claus-Dieter Winkelmann von seinen Erfahrungen.

 

Schon vor Ihrer Zeit im Kirchenvorstand waren Sie in der Kirchengemeinde aktiv. Was haben Sie damals gemacht?

 

Nach meiner Konfirmation 1962 war ich bis etwa 1965 Kindergottesdiensthelfer und Leiter der CVJM-Jungschar. Auch bei Fahrten wirkte ich mit, z.B. zu Pfingsttreffen.

 

Wie kam es dazu, dass Sie sich engagierten?

 

Durch persönliche Ansprache. Für den Kindergottesdienst fragte mich Pastor Steege an. Schulfreunde, die schon beim CVJM dabei waren, gewannen mich für die Mitarbeit in der Jungschar.

 

Wie war dann Ihr Weg in den Kirchenvorstand?

 

Auch hier waren es wieder persönliche Anfragen: Rosemarie Wagner und Volker Horstmann haben mir damals zugeredet und mich auch für die Kirchenvorstandswahl am 1.2.1970 vorgeschlagen. Wir kannten uns aus der Evangelischen Jugend. Beide studierten damals bereits Theologie, kandidierten ebenfalls für den Kirchenvorstand, wurden aber nicht gewählt.

 

Was hat Sie bewogen, so lange im Kirchenvorstand zu bleiben?

 

Von vielen Gemeindegliedern wurde ich immer wieder gebeten, nochmal zu kandidieren. Meine Arbeit wird geschätzt, Beratungen z.B. über den Haushalt werden nicht als Belastung gesehen, sondern als wichtig erachtet. Zum Ende jeder Wahlperiode habe ich gemerkt, dass ich hier etwas bewegen kann. So bin ich 2018 zum neunten Mal zur Wahl angetreten.

 

Wie hat sich die Arbeit im Kirchenvorstand innerhalb der 50 Jahre geändert?

 

Über lange Jahre wurden wir in Verwaltungsfragen durch das Kirchenkreisamt Rotenburg unterstützt. Häufig war in Sitzungen ein Vertreter des Amtes anwesend. Seit längerer Zeit ist der Kirchenvorstand nun mehr selber gefordert. Das ist nicht einfach, weil wir nicht alle Rahmenbedingungen, die zu beachten sind, kennen. Bei fast jeder KV-Sitzung arbeiten wir unter Zeitdruck. Vorher war für das Gemeindeleben in den Kirchenvorstandssitzungen noch mehr Zeit.

 

Welche Persönlichkeiten saßen damals im Kirchenvorstand, wer ist heute dabei?

 

1970 gehörten neben zwei Frauen viele ältere Männer in dunklen Anzügen zum Kirchenvorstand. Die Arbeit war aber gut strukturiert. Das Verhältnis zu den Pastoren war zurückhaltender, reservierter. Heute ist das anders. Teilweise hat das Miteinander im Kirchenvorstand eine freundschaftliche Dimension.

 

Wie sehen Sie Ihr langes Engagement in einer Zeit, in der sich Menschen zunehmend projektbezogen und kürzer engagieren?

 

Während meiner langen Tätigkeit bei der Sparkasse wurde von mir erwartet, dass ich meine Aufgaben vom Anfang bis zum Schluss begleite und führe. Das versuche ich auch auf meine KV-Arbeit zu übertragen. Für viele ist das heute so nicht mehr möglich. Aber ob kurz oder lang: Ich bin dankbar für jeden, der sich im Kirchenvorstand einbringt.

 

Gab es besonders bewegende Momente?

 

Da ließe sich viel aufzählen. Hier nur ein paar Beispiele: Die Einweihung der neuen Vierdag-Orgel und des Harmshauses 1973, der erste Basar 1974, die Gründung der St.-Lucas-Stiftung 2003, dazu die 1200-Jahrfeier Scheeßels im Jahr 2005 mit einem Gottesdienst mit Landesbischöfin Margot Käßmann. Weitere Themen, die mir wichtig waren: Die Begegnungen mit der sächsischen Partnergemeinde in Sohland, diverse Zeltmissionen. Die Entscheidung, beim Abendmahl Traubensaft statt Wein zu reichen. Tägliche Friedensandachten während des Golfkrieges 1991.

 

Was macht gute Vorstandsarbeit aus?

Wichtig ist eine gute Sitzungskultur. Das wird in jeder KV-Periode immer wieder neu versucht. Gut aufeinander zu achten, wenn Kirchenvorstehern unterschiedliche Themen besonders am Herzen liegen, ist sehr wichtig.

Wichtig ist mir auch, die vielfältigen Begabungen innerhalb des Kirchenvorstandes und bei allen Ehrenamtlichen in der Kirchengemeinde gerade in ihrer Vielfalt als Gewinn zu erleben. Das verbinde ich mit dem Bibelwort „Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“ (1. Petrus 4,10)

Wo sollte die Kirchengemeinde Neues wagen?

Wir haben viel Neues gewagt und erlebt! Neu in meiner Zeit waren u.a. Abendmahlsgottesdienste in ihrer heutigen Form, die damalige „Andacht im Turm“ und der Start der Abendz-Gottesdienste.

Neues kann in sehr vielen Bereichen des Gemeindelebens gewagt werden, muss aber auch gelebt werden, bis es rund läuft. Das muss immer mit Freude begleitet werden. „Mal sehen“ reicht nicht aus.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft für Ihre St.-Lucas-Kirchengemeinde?

Weiterhin ein lebendiges Gemeindeleben in unserer Kirchengemeinde Scheeßel. Dafür braucht es ein gutes Team aus Ehrenamtlichen und angestellten Mitarbeitern. Im Blick etwa auf die Pastoren sollte der Kirchenvorstand aber auch immer bedenken, dass Pastoren kommen und gehen, dass die Gemeinde aber bleibt.

Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, weiter Traditionen zu bewahren und Neues zu wagen.

 

Im Gottesdienst am 8.3. um 10 Uhr wird Claus-Dieter Winkelmanns 50jährige Vorstandsarbeit gewürdigt. Regionalbischof Dr. Hans Christian Brandy (Stade) wird im Gottesdienst predigen. Anschließend sind alle zu einem Empfang ins Harmshaus eingeladen. Der Kirchenvorstand lädt herzlich ein, zahlreich zu kommen!

 

Im Zusammenhang mit der Einladung zum Kirchenvorstehertag der Landeskirche Hannovers hat die Redakteurin Christine Warnecke aus der Presseabteilung der Landeskirche Claus-Dieter Winkelmann besucht. Der Scheeßeler ist seit 50 Jahren Kirchenvorsteher in der St.-Lucas-Gemeinde. Unter folgendem Link finden Sie das Porträt: https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2020/01/21

DATUM

26. Januar 2020

AUTOR

Ulrike SIevers
BILDER (1)
Claus-Dieter Winkelmann ist seit 50 Jahren Kirchenvorsteher der Kirchengemeinde Scheeßel
Claus-Dieter Winkelmann ist seit 50 Jahren Kirchenvorsteher der Kirchengemeinde Scheeßel
Claus-Dieter Winkelmann ist seit 50 Jahren Kirchenvorsteher der Kirchengemeinde Scheeßel