Meldungen in der Gemeinde

So ist Kirche hier in der Gemeinde. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

Nach 40 Jahren letzer Kirchenbasar

Der Kirchbasar am ersten Adventssonntag in der Beekeschule hat in Scheeßel Tradition und ist Publikumsmagnet. Vielen ehemaligen Scheeßelern dient er zudem als Treffpunkt, um sich wieder an der Beeke mit Bekannten und Freunden bei Kaffee und Kuchen zu treffen. In diesem Jahr findet er zum 40. und letzten Male statt. Grund genug, Anita Vajen und Heidi Behrens als Leiterinnen des Handarbeits- und Bastelkreises zu bitten, einmal Bilanz zu ziehen.

B. Ordemann: Der Basar hat in Scheeßel ja eine lange Tradition. Aus welcher Initiative heraus ist er entstanden?

A. Vajen: 1973 kam Pastor Wilhelm Röhrs mit seiner Frau als neuer Pastor nach Scheeßel. Er war vorher in Afrika im missionarischen Einsatz und kannte die Not der Bevölkerung nur zu gut aus eigener Anschauung. Gemeinsam mit seiner Frau wollte er helfen, und so entstand die Idee, selbst hergestellte Sachen auf einem Basar zu verkaufen und den Erlös an Hilfsprojekte zu spenden.

Der Basar-, Handarbeits- und Bastelkreis wurde ins Leben gerufen, in dem sich ca. 40 Frauen engagierten. Seit 40 Jahren ist der Mittwochabend Treffpunkt der Teilnehmerinnen.

B. Ordemann: Gibt es noch Mitglieder, die von Anfang an dabei sind?

H. Behrens: Edith Dittmer, Luise Otterson und Ursula Rauterberg sind von Anfang an dabei. Anita und ich sind 1979 eingestiegen und haben vor ca.20 Jahren die Leitung übernommen.

B. Ordemann: Hat sich das Angebot im Laufe der Jahre verändert oder ist es im Großen und Ganzen gleich geblieben?

A. Vajen: Es gab schon Veränderungen, wichtig war uns aber immer ein qualitativ hochwertiges Angebot. Der Renner in den 80er Jahren waren die großen Leinendecken. In den letzten Jahren waren die Adventskränze und -gestecke immer schnell vergriffen. Beliebt sind auch die selbstgebackenen Kekse, Marmeladen, Safte und selbstgebackenes Brot. Ein Klassiker sind die selbst gestrickten Strümpfe in den unterschiedlichsten Größen, von der Babysocke bis zu Schuhgröße 47/48. Das Angebot hat sich auch ständig erweitert und verändert.

In den ersten Jahren wurden nur Hand- und Bastelarbeiten verkauft und es gab Kaffee und selbstgebackene Kuchen aus den Ortschaften des Kirchspiels. Schon bald kamen der Flohmarkt und die Tombola dazu und in den folgenden Jahren noch die neuen und die alten Bücher. Gerne angenommen werden auch die Kinderbetreuung und die Frauenverwohnecke. Das kulinarische Angebot wurde um Gegrilltes und Waffeln erweitert.

B. Ordemann: Für die Organisation einer solchen Veranstaltung braucht es viele Helfer? Könnt ihr mir sagen, wie viele Menschen sich engagiert haben?

H. Behrens: Für die verschiedenen Bereiche gibt es insgesamt um die 20 Verantwortlichen. Bemerkenswert ist, dass das Helferteam aus den Anfangsjahren wie selbstverständlich immer mit dabei war. Am 1. Adventswochenende engagieren sich über 100 ehrenamtliche Helfer.

B. Ordemann: Wohin gingen die Spendengelder, und könnt ihr sagen, wie viel Geld im Laufe der Jahre gesammelt und gespendet wurde?

A. Vajen: Die Spendengelder flossen immer in unterschiedliche afrikanische Hilfsprojekte. In den 80er Jahren wurde die Behindertenarbeit in Botswana unterstützt, in den 90er Jahren der Heimpflegedienst und ab 2000 verschiedene Aidswaisenprojekte in Botswana und später in Malawi. Wichtig war uns stets der Kontakt zu der dortigen Leitung und dass die Projekte längerfristig auch ohne unsere Unterstützung weiter fortbestehen. Insgesamt konnte in den Jahren die erstaunliche Summe von ca. 400.000 Euro gesammelt werden.

B. Ordemann: 40 Jahre erfolgreiche Arbeit – warum wollt ihr jetzt aufhören?

H. Behrens: Viele Mitglieder des Basar- Handarbeits- und Bastelkreises sind schon sehr lange dabei. Der Altersdurchschnitt betrug 2012 bereits 71 Jahre. Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist, und wir wollen den 40. Basar nutzen, um einen richtig schönen Abschluss zu haben.

B. Ordemann: Ich wünsche euch und allen anderen Helfern und Organisatoren ein gutes Gelingen und einen herzlichen

Dank für euer Engagement!

 

DATUM

21. Oktober 2013

AUTOR

Beate Ordemann
BILDER (1)
Die Leiterinnen des Handarbeits- und Bastelkreises, Anita Vahjen und Heidi Behrens, ziehen Bilanz.
Die Leiterinnen des Handarbeits- und Bastelkreises, Anita Vahjen und Heidi Behrens, ziehen Bilanz.
Kirchengemeinde Scheeßel, Basar