Meldungen in der Gemeinde

So ist Kirche hier in der Gemeinde. Das macht sie. Dazu ist sie in unserer Welt nützlich und notwendig. Das sind die Menschen, die sich hier engagieren. Das sind ihre Erfahrungen, Ideen und Ziele. Und immer wieder wird deutlich: In dieser Kirche ist Platz, um selbst dabei zu sein, mitzuerleben und auch mitzugestalten.

20 Jahre Besuchsdienstkreis

Der Besuchsdienstkreis, bestehend aus 15 ehrenamtlich tätigen Frauen, besucht alle Gemeindeglieder von 81 bis 84 und 86 bis 89 Jahren zum Geburtstag. Am 80., 85. und ab dem 90. Geburtstag kommen die Pastoren zu Besuch. Hannelore Heitmann, Margrit Viets und Ingrid Uhle sind ehrenamtliche Mitarbeiterinnen dieses Kreises. Beate Ordemann hat sie anlässlich des 20-jährigen Bestehens dieser Arbeitsgruppe zu einem Interview getroffen.

Beate Ordemann: Vielen Dank, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben und herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen! Wie kam es zu der Idee, diese Gruppe in unserer Gemeinde ins Leben zu rufen?

Hannelore Heitmann: Die Idee hatte Pastor Johannes Drömann. Ich war damals schon lange Jahre im Kindergottesdienstteam ehrenamtlich engagiert, und Pastor Drömann sprach mich an, ob ich Lust auf eine neue Aufgabe hätte. Mit den anderen Interessierten besuchten wir ein Vorbereitungswochenende, und dann ging die Arbeit los!

Margrit Viets: Ich bin seit Anfang 2009 mit dabei, weil ich mich gerne ehrenamtlich engagieren wollte. Als ich angesprochen wurde, sagte ich daher spontan zu. Ich besuchte ein Gruppentreffen, um mehr über die Arbeit zu erfahren und nahm später auch an einem Seminar für Besuchsdienst des Kirchenkreises teil. Mir machen die Besuche immer noch sehr viel Freude. Die Jubilare freuen sich meistens sehr über den Besuch und genießen es, aus ihrem Leben zu erzählen. Ich empfinde es auch als große Bereicherung für mein Leben, etwas über frühere Zeiten und die damaligen Lebensumstände zu erfahren.

Ingrid Uhle: Ich bin erst seit Mai 2014 mit dabei, weil ich nach dem Beginn meines Ruhestandes Zeit verschenken wollte. Der erste Besuch bei einem Jubilar ist natürlich für alle „Neuen“ der schwierigste. Da ist schon ein bisschen Aufregung mit dabei, die sich aber schnell legt, wenn man nett empfangen wird. Diese Tätigkeit ist eine große Bereicherung für das eigene Leben, weil man aus den Begegnungen auch selbst viel mitnimmt.

Beate Ordemann: Wie organisieren Sie die Besuche, und haben Sie auch schon mal erlebt, dass der Besuch nicht gewünscht war?

Hannelore Heitmann: Wir legen bei unseren Gruppentreffen, die ca. alle 6 Wochen stattfinden, fest, wer von uns welche Jubilare besucht. Jede von uns hat ca. 4 bis 6 Besuchstermine im Monat. Wir  besuchen die Jubilare nie am Tag des Geburtstages, weil dieser Tag der Familie gehört. Wir kommen unangekündigt, ca. 2 bis 3 Tage später, wenn sich der Geburtstagstrubel wieder gelegt hat, damit sich die Geburtstagskinder keine Arbeit mit dem Besuch machen. Wenn wir niemanden antreffen,  versuchen wir es noch ein weiteres Mal. Wir haben einen Ausweis mit Foto zur Legitimation dabei. Es kommt nur sehr selten vor, dass jemand keinen Besuch möchte, aber das akzeptieren wir natürlich auch.

Margrit Viets: Die Jubilare bekommen von uns ein Büchlein mit einem handschriftlichen Gruß überreicht. In der Regel dauern die Besuche ca. eine Stunde.

Ingrid Uhle: Es kann aber auch vorkommen, dass die Besuche länger dauern. Bei einem Besuch haben wir zusammen gesungen, und so waren dann schnell zwei Stunden vergangen.

Beate Ordemann: Besuchen Sie immer die gleichen Menschen, oder wechseln Sie sich innerhalb der jeweiligen Gruppen auch schon mal ab?

Hannelore Heitmann: Das ist unterschiedlich und wird in jedem Jahr wieder neu nach persönlich verfügbarer Zeit festgelegt. Wir sind nach den  Zuständigkeitsgebieten der Pastoren tätig.

Beate Ordemann: Gibt es auch Besuche, die schwierig sind?

Margrit Viets: Natürlich kommt es auch immer mal wieder vor, dass Besuche nachdenklich stimmen, z.B. wenn die Besuchten schwer krank und bettlägerig sind oder den Wunsch äußern, endlich zu sterben. Das erfordert schon viel Fingerspitzengefühl. Hilfreich sind dann die Gruppentreffen, in denen wir solche Situationen anonym reflektieren können.

Beate Ordemann: Welche Eigenschaften sollte man mitbringen, wenn man sich für diese Aufgabe interessiert? 

Alle: Ganz wichtig ist das Interesse am Menschen, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, zuzuhören. Außerdem sind wir alle zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Niemand muss also befürchten, dass das Erzählte die Runde macht. Die meisten Jubilare sind sehr froh über den Besuch, da sie häufig nicht mehr so viel Besuch bekommen. Allerdings stellen wir auch fest, dass die Geburtstagskinder immer fitter und agiler werden als noch vor 20 Jahren!

Im Rahmen des Gottesdienstes am 02.11. um 10 Uhr wird den Besuchsdienstmitarbeiterinnen für ihren Einsatz gedankt. Der Gottesdienst ist eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wer beim Besuchsdienst mitarbeiten möchte, kann sich gern melden bei Pastorin Gunda Handrich (Tel. 04263 1294).

DATUM

20. September 2014

AUTOR

Beate Ordemann
BILDER (1)
Freuen sich auf den nächsten Besuch (v.l.): Hannelore Heitmann, Ingrid Uhle und Margrit Viets
Freuen sich auf den nächsten Besuch (v.l.): Hannelore Heitmann, Ingrid Uhle und Margrit Viets
Freuen sich auf den nächsten Besuch (v.l.): Hannelore Heitmann, Ingrid Uhle und Margrit Viets